Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Heute möchte ich mit euch über eines meiner Lieblingsthemen sprechen: sudern übers Essen. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich liebe es, mich über das Essen zu beschweren. Warum? Weil es so viel Spaß macht!

Ich meine, wer kennt das nicht? Man geht in ein Restaurant, bestellt etwas, das gut klingt, und bekommt dann einen Teller voller Enttäuschung serviert. Das Schnitzel ist zu trocken, die Pommes sind zu labbrig, die Soße ist zu salzig. Oder man kocht selbst etwas, das man schon tausendmal gemacht hat, und irgendwie schmeckt es diesmal anders. Nicht gut anders, sondern schlecht anders. Das Gemüse ist zu weich, der Reis ist zu hart, das Fleisch ist zu zäh.

Und dann gibt es noch die Situationen, in denen man gar nicht weiß, was man essen soll. Man steht vor dem Kühlschrank oder dem Supermarktregal und hat keine Ahnung, worauf man Lust hat. Alles sieht langweilig oder ungesund aus. Man hat keinen Appetit oder keinen Hunger. Oder man hat beides, aber keine Zeit oder keine Lust zu kochen.

Wie reagiere ich in solchen Momenten? Ich sudere. Ich sudere laut und ausgiebig. Ich sudere vor mir hin oder vor meinen Freunden oder vor meinem Partner. Ich sudere über das Essen, über den Koch, über den Service, über die Qualität, über den Preis, über die Auswahl. Ich sudere so lange, bis ich mich besser fühle oder bis mir jemand den Mund verbietet.

Warum mache ich das? Weil es mir hilft, meinen Frust abzubauen. Weil es mir zeigt, dass ich nicht allein bin mit meinen kulinarischen Problemen. Weil es mir erlaubt, meine Meinung zu sagen und meine Erwartungen auszudrücken. Weil es mir Spaß macht.

Natürlich sudere ich nicht immer übers essen. Manchmal bin ich auch zufrieden oder sogar begeistert von dem, was ich esse. Dann lobe ich das Essen, den Koch, den Service, die Qualität, den Preis, die Auswahl. Dann genieße ich jeden Bissen und bedanke mich für das leckere Mahl.

Aber wenn ich ehrlich bin, macht mir sudern übers Essen mehr Spaß als loben übers Essen. Vielleicht liegt es daran, dass ich ein kritischer Mensch bin oder dass ich hohe Ansprüche habe oder dass ich einfach gerne meckere. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sudern übers Essen eine Kunst ist, die man beherrschen muss.

Denn nicht jeder kann gut sudern übers essen. Man muss wissen, wie man seine Kritik formuliert, wie man seine Argumente untermauert, wie man seine Zuhörer unterhält. Man muss Humor haben und Ironie und Sarkasmus. Man muss übertreiben können und provozieren und polemisieren. Man muss sudern übers Essen so machen, dass es nicht nur eine Beschwerde ist, sondern eine Performance.

Und das ist es auch: eine Performance. Eine Show für mich selbst und für andere. Eine Möglichkeit, mich auszudrücken und zu amüsieren. Eine Form von Kunst und Kultur.

Also lasst uns sudern übers essen! Lasst uns unsere Geschmacksnerven herausfordern und unsere Stimmbänder strapazieren! Lasst uns unsere Meinungen teilen und unsere Erfahrungen austauschen! Lasst uns lachen und weinen und schimpfen und fluchen!

Lasst uns sudern übers essen! Denn es macht so viel Spaß!

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